Ihre Btx-Behandlung bei Migräne in Hamburg
Behandlungsdauer | ca. 15 Minuten |
|---|---|
Injektionsstellen | 31 nach PREEMPT-Schema |
Intervall | alle 12 Wochen |
Erfolgskontrolle | per Kopfschmerztagebuch |
|---|---|
Behandlungsziel | weniger Kopfschmerztage |
Beurteilung | nach 2–3 Behandlungen |
Behandelnde Ärzt_innen
Wenn Migräne die Lebensplanung bestimmt
Wer an chronischer Migräne leidet, plant sein Leben anders. Der Geburtstag der Freundin, das Meeting am Donnerstag, der Ausflug am Wochenende – alles steht unter Vorbehalt, und zwischen den Attacken bleiben kaum noch beschwerdefreie Tage. Viele Betroffene haben bereits mehrere Tabletten zur Vorbeugung ausprobiert: manche mit zu wenig Wirkung, manche mit Nebenwirkungen, die sie nicht länger tragen wollten.
Für genau diese Situation ist Botulinumtoxin A zur Vorbeugung zugelassen: bei Erwachsenen mit chronischer Migräne, denen Medikamente zur Migräneprophylaxe nicht ausreichend geholfen haben oder die sie nicht vertragen haben. Mit Ästhetik hat diese Anwendung nichts zu tun. Sie ist ein fester Baustein der Migränetherapie, wie ihn auch die aktuelle neurologische Leitlinie beschreibt.
Für genau diese Situation ist Botulinumtoxin A zur Vorbeugung zugelassen: bei Erwachsenen mit chronischer Migräne, denen Medikamente zur Migräneprophylaxe nicht ausreichend geholfen haben oder die sie nicht vertragen haben. Mit Ästhetik hat diese Anwendung nichts zu tun. Sie ist ein fester Baustein der Migränetherapie, wie ihn auch die aktuelle neurologische Leitlinie beschreibt.
Chronische Migräne – für wen die Behandlung mit BTX infrage kommt
Gute Voraussetzungen für die Behandlung
- an mindestens 15 Tagen im Monat Kopfschmerzen bestehen, an mindestens acht davon mit Migränecharakter.
- dieser Zustand seit mehr als drei Monaten anhält.
- vorbeugende Medikamente nicht ausreichend gewirkt haben oder nicht. vertragen wurden – in der Regel nach mindestens zwei Versuchen.
- die Diagnose neurologisch gesichert ist.
Wann eine andere Abklärung sinnvoller ist
- bei episodischer Migräne oder Spannungskopfschmerzen.
- wenn Kopfschmerzen neu, ungewohnt stark oder anders als bisher auftreten – sie gehören zuerst ärztlich abgeklärt.
- wenn die Beschwerden eher vom nächtlichen Zähnepressen ausgehen – dann ist die Masseter-Behandlung bei Bruxismus das passendere Thema.
Wie wirkt Botulinumtoxin bei Migräne?
Bei der Faltenbehandlung entspannt Botulinumtoxin vorübergehend einzelne Gesichtsmuskeln. Bei Migräne lag es lange nahe, dasselbe anzunehmen – die Forschung zeichnet inzwischen ein anderes Bild. Entscheidend scheinen die feinen Schmerzfasern zu sein, die durch Stirn, Schläfen, Hinterkopf und Nacken laufen und mit dem Schmerzsystem der Hirnhäute in Verbindung stehen.
In diesen Nervenendigungen hemmt Botulinumtoxin die Ausschüttung von Botenstoffen wie CGRP und Substanz P, die an der Entstehung des Migräneschmerzes beteiligt sind; zugleich gelangen weniger Schmerzsensoren an die Zelloberfläche. Die Fasern werden dadurch weniger leicht erregbar. Vollständig geklärt ist der Mechanismus nicht, manches stammt aus Labor- und Tierversuchen. Dass die Behandlung bei chronischer Migräne klinisch wirkt, ist dagegen in großen kontrollierten Studien gezeigt – mit einem eigenen Injektionsschema, das mit einer ästhetischen BTX-Behandlung wenig gemein hat.
Was lässt sich von der Behandlung erwarten?
Die beiden großen PREEMPT-Studien untersuchten zusammen 1.384 Erwachsene mit chronischer Migräne. Nach 24 Wochen ging die Zahl der Kopfschmerztage unter Botulinumtoxin im Durchschnitt um 8,4 pro Monat zurück, unter der Scheinbehandlung um 6,6. Der zusätzliche Nutzen betrug damit rund 1,8 Kopfschmerztage pro Monat. Ein systematischer Cochrane-Review kommt zu einer ähnlichen Größenordnung.
Solche Mittelwerte sagen wenig darüber aus, wie stark ein einzelner Mensch profitiert. Manche bemerken schon nach dem ersten Zyklus Veränderungen, andere benötigen mehr Zeit oder sprechen nicht ausreichend an. Die aktuelle Leitlinie empfiehlt eine Bewertung nach zwei bis drei Behandlungszyklen im Abstand von jeweils etwa drei Monaten. Eine vollständige Beschwerdefreiheit lässt sich nicht versprechen.
So läuft die BTX-Behandlung bei Migräne ab
Wir besprechen Ihre neurologische Diagnose, bisherige Prophylaxen und den Kopfschmerzkalender. Vor der Therapie werden mögliche Gegenanzeigen und relevante Begleitmedikamente berücksichtigt.
Grundlage ist das PREEMPT-Schema: üblicherweise 155 Einheiten an 31 festgelegten Punkten, bei medizinischem Bedarf ergänzt auf bis zu 195 Einheiten an höchstens 39 Stellen. Die Dosis ist präparatespezifisch.
Mit einer sehr feinen Nadel injizieren wir kleine Mengen in Stirn, Schläfen, Hinterkopf, Nacken und obere Schulter. Das dauert etwa 15 Minuten; danach können Sie Ihren Alltag in der Regel wie gewohnt fortsetzen.
Alle zwölf Wochen wiederholen wir die Behandlung. Ihr Kopfschmerztagebuch zeigt, wie sich die Migräne entwickelt; nach zwei bis drei Zyklen ziehen wir gemeinsam mit Ihrer Neurologie Bilanz.
Mögliche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
- Nackenschmerzen, Muskelsteifigkeit oder vorübergehende Muskelschwäche
- Kopfschmerzen oder zeitweise verstärkte Migränebeschwerden
- Schmerzen, Rötungen oder kleine Blutergüsse an den Einstichstellen
- ein vorübergehend hängendes Oberlid oder Veränderungen der Augenbrauen
- Juckreiz oder Hautausschlag
- Überempfindlichkeit gegen die Bestandteile des Wirkstoffs
- Infektionen im geplanten Injektionsbereich
- bei neuromuskulären Erkrankungen, bestehenden Schluckstörungen
- Einnahme bestimmter Antibiotika aus der Gruppe der Aminoglykoside
- Schwangerschaft und Stillzeit
Ein Baustein unter mehreren – BTX im Gesamtkonzept
Vorbeugung | Anwendung | Rhythmus | Gut zu wissen | Botulinumtoxin (BTX) | Injektionen an 31 bis 39 festgelegten Punkten an Kopf, Nacken und Schultern | alle 12 Wochen | nur bei chronischer Migräne; wirkt lokal, kommt daher auch bei vielen Begleitmedikamenten oder Herz-Kreislauf-Risiken infrage |
|---|---|---|---|
Tabletten zur Prophylaxe, z. B. Topiramat, Betablocker, Amitriptylin | Tablette | täglich | meist erster Schritt der Vorbeugung; Verträglichkeit und Gegenanzeigen je nach Wirkstoff unterschiedlich |
CGRP-Antikörper | Spritze unter die Haut, ein Präparat als Infusion | monatlich oder alle 3 Monate | bei episodischer und chronischer Migräne; setzen am Botenstoff CGRP oder seinem Rezeptor an |
Gepante, z. B. Atogepant | Tablette | täglich | neuere Wirkstoffgruppe, ebenfalls gegen das CGRP-System gerichtet |
Ohne Medikamente: Ausdauersport, Schlaf-Wach-Rhythmus, Entspannung, Verhaltenstherapie | im Alltag | dauerhaft | laut Leitlinie wirksam; ergänzt jede Form der Vorbeugung |
Ihr Termin zur BTX-Behandlung bei Migräne in Hamburg
Sie müssen die vielen Kopfschmerztage nicht allein einordnen. Ist eine chronische Migräne diagnostiziert, schauen wir gemeinsam auf Ihre Befunde und bisherigen Behandlungen und klären, ob BTX in Ihr neurologisches Therapiekonzept passt. Bringen Sie dazu Ihr Kopfschmerztagebuch, Ihre neurologischen Befunde und eine Liste Ihrer Medikamente mit. In unserer Praxis in der Heilwigstraße, zwischen Eppendorf und Harvestehude, nehmen wir uns dafür Zeit – damit Sie die Möglichkeiten der Behandlung ebenso kennen wie ihre Grenzen.
Häufige Fragen zur Migräne Behandlung mit BTX
Ist die Behandlung auch bei Migräne mit Aura möglich?
Tut die Injektion weh?
Ersetzt BTX meine Medikamente gegen akute Anfälle?
Verändert die Behandlung mein Aussehen?
Was passiert, wenn die Behandlung nicht hilft?
Quellenangaben
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Bendtsen, L., Sacco, S., Ashina, M., Mitsikostas, D., Ahmed, F., Pozo-Rosich, P. & Martelletti, P. (2018). Guideline on the use of onabotulinumtoxinA in chronic migraine: a consensus statement from the European Headache Federation. The Journal Of Headache And Pain, 19(1), 91. https://link.springer.com/article/10.1186/s10194-018-0921-8
Deutsche Gesellschaft für Neurologie & Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. (2025). Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne (S1-Leitlinie, AWMF-Register-Nr. 030/057, Version 7.1). https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-057l_S1_Therapie-der-Migraeneattacke-Prophylaxe-der-Migraene_2025-11.pdf
Dodick, D. W., Turkel, C. C., DeGryse, R. E., Aurora, S. K., Silberstein, S. D., Lipton, R. B., Diener, H. & Brin, M. F. (2010c). OnabotulinumtoxinA for Treatment of Chronic Migraine: Pooled Results From the Double‐Blind, Randomized, Placebo‐Controlled Phases of the PREEMPT Clinical Program. Headache The Journal Of Head And Face Pain, 50(6), 921–936. https://headachejournal.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1526-4610.2010.01678.x
Fachinformation BOTOX® 50/100/200 Allergan-Einheiten. (2026, August). AbbVie Deutschland. https://www.fachinfo.de/fi/pdf/020408
Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS) The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. (2018). Cephalalgia, 38(1), 1–211. https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0333102417738202
Herd, C. P., Tomlinson, C. L., Rick, C., Scotton, W. J., Edwards, J., Ives, N., Clarke, C. E. & Sinclair, A. (2018). Botulinum toxins for the prevention of migraine in adults. Cochrane Database Of Systematic Reviews, 2018(6), CD011616. https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD011616.pub2/full
Pozo-Rosich, P., Alpuente, A., Silberstein, S. D. & Burstein, R. (2024). Insights from 25 years of onabotulinumtoxinA in migraine — mechanisms and management. Nature Reviews Neurology, 20(9), 555–568. https://www.nature.com/articles/s41582-024-01002-5
Ruscheweyh, R., Förderreuther, S., Gaul, C., Gendolla, A., Holle-Lee, D., Jürgens, T., Neeb, L. & Straube, A. (2018). Therapie der chronischen Migräne mit Botulinumneurotoxin A. Der Nervenarzt, 89(12), 1355–1364. https://link.springer.com/article/10.1007/s00115-018-0534-0