BTX bei chronischer Migräne in Hamburg

Wenn Kopfschmerztage den Alltag bestimmen: vorbeugende Behandlung mit Botulinumtoxin nach dem PREEMPT-Schema.

Ihre Btx-Behandlung bei Migräne in Hamburg

Behandlungsdauer
ca. 15 Minuten
Injektionsstellen
31 nach PREEMPT-Schema
Intervall
alle 12 Wochen
Erfolgskontrolle
per Kopfschmerztagebuch
Behandlungsziel
weniger Kopfschmerztage
Beurteilung
nach 2–3 Behandlungen

Behandelnde Ärzt_innen

Dr. Anna Brandenburg, Hautärztin in Hamburg und Inhaberin der Dermatologischen Privatpraxis
Dr. med. Anna Brandenburg
Fachärztin für Dermatologie
Schwerpunkte: ästhetische Dermatologie, Haarmedizin, Lasertherapie
Dr. med. univ. Pamela Mai
Fachärztin für Dermatologie und Venerologie
Schwerpunkte: Ästhetische Dermatologie und Lasermedizin, Haarmedizin

Wenn Migräne die Lebensplanung bestimmt

Wer an chronischer Migräne leidet, plant sein Leben anders. Der Geburtstag der Freundin, das Meeting am Donnerstag, der Ausflug am Wochenende – alles steht unter Vorbehalt, und zwischen den Attacken bleiben kaum noch beschwerdefreie Tage. Viele Betroffene haben bereits mehrere Tabletten zur Vorbeugung ausprobiert: manche mit zu wenig Wirkung, manche mit Nebenwirkungen, die sie nicht länger tragen wollten.

Für genau diese Situation ist Botulinumtoxin A zur Vorbeugung zugelassen: bei Erwachsenen mit chronischer Migräne, denen Medikamente zur Migräneprophylaxe nicht ausreichend geholfen haben oder die sie nicht vertragen haben. Mit Ästhetik hat diese Anwendung nichts zu tun. Sie ist ein fester Baustein der Migränetherapie, wie ihn auch die aktuelle neurologische Leitlinie beschreibt.

Für genau diese Situation ist Botulinumtoxin A zur Vorbeugung zugelassen: bei Erwachsenen mit chronischer Migräne, denen Medikamente zur Migräneprophylaxe nicht ausreichend geholfen haben oder die sie nicht vertragen haben. Mit Ästhetik hat diese Anwendung nichts zu tun. Sie ist ein fester Baustein der Migränetherapie, wie ihn auch die aktuelle neurologische Leitlinie beschreibt.

Chronische Migräne – für wen die Behandlung mit BTX infrage kommt

Gute Voraussetzungen für die Behandlung

Infrage kommen kann BTX bei Migräne, wenn …

Wann eine andere Abklärung sinnvoller ist

Wie wirkt Botulinumtoxin bei Migräne?

Bei der Faltenbehandlung entspannt Botulinumtoxin vorübergehend einzelne Gesichtsmuskeln. Bei Migräne lag es lange nahe, dasselbe anzunehmen – die Forschung zeichnet inzwischen ein anderes Bild. Entscheidend scheinen die feinen Schmerzfasern zu sein, die durch Stirn, Schläfen, Hinterkopf und Nacken laufen und mit dem Schmerzsystem der Hirnhäute in Verbindung stehen.

In diesen Nervenendigungen hemmt Botulinumtoxin die Ausschüttung von Botenstoffen wie CGRP und Substanz P, die an der Entstehung des Migräneschmerzes beteiligt sind; zugleich gelangen weniger Schmerzsensoren an die Zelloberfläche. Die Fasern werden dadurch weniger leicht erregbar. Vollständig geklärt ist der Mechanismus nicht, manches stammt aus Labor- und Tierversuchen. Dass die Behandlung bei chronischer Migräne klinisch wirkt, ist dagegen in großen kontrollierten Studien gezeigt – mit einem eigenen Injektionsschema, das mit einer ästhetischen BTX-Behandlung wenig gemein hat.

Was lässt sich von der Behandlung erwarten?

Die beiden großen PREEMPT-Studien untersuchten zusammen 1.384 Erwachsene mit chronischer Migräne. Nach 24 Wochen ging die Zahl der Kopfschmerztage unter Botulinumtoxin im Durchschnitt um 8,4 pro Monat zurück, unter der Scheinbehandlung um 6,6. Der zusätzliche Nutzen betrug damit rund 1,8 Kopfschmerztage pro Monat. Ein systematischer Cochrane-Review kommt zu einer ähnlichen Größenordnung.

Solche Mittelwerte sagen wenig darüber aus, wie stark ein einzelner Mensch profitiert. Manche bemerken schon nach dem ersten Zyklus Veränderungen, andere benötigen mehr Zeit oder sprechen nicht ausreichend an. Die aktuelle Leitlinie empfiehlt eine Bewertung nach zwei bis drei Behandlungszyklen im Abstand von jeweils etwa drei Monaten. Eine vollständige Beschwerdefreiheit lässt sich nicht versprechen.

Medizinische Fachkraft mit blauen Handschuhen zieht eine Flüssigkeit aus einer kleinen Durchstechflasche in eine Spritze auf.

So läuft die BTX-Behandlung bei Migräne ab

Vorgespräch

Wir besprechen Ihre neurologische Diagnose, bisherige Prophylaxen und den Kopfschmerzkalender. Vor der Therapie werden mögliche Gegenanzeigen und relevante Begleitmedikamente berücksichtigt.

Planung

Grundlage ist das PREEMPT-Schema: üblicherweise 155 Einheiten an 31 festgelegten Punkten, bei medizinischem Bedarf ergänzt auf bis zu 195 Einheiten an höchstens 39 Stellen. Die Dosis ist präparatespezifisch.

Injektion

Mit einer sehr feinen Nadel injizieren wir kleine Mengen in Stirn, Schläfen, Hinterkopf, Nacken und obere Schulter. Das dauert etwa 15 Minuten; danach können Sie Ihren Alltag in der Regel wie gewohnt fortsetzen.

Kontrolle

Alle zwölf Wochen wiederholen wir die Behandlung. Ihr Kopfschmerztagebuch zeigt, wie sich die Migräne entwickelt; nach zwei bis drei Zyklen ziehen wir gemeinsam mit Ihrer Neurologie Bilanz.

Mögliche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Die Behandlung ist gut untersucht, kann aber Nebenwirkungen verursachen. Am häufigsten betreffen sie die Injektionsstellen oder die behandelten Muskelgruppen. Möglich sind insbesondere:
Gelegentlich können Kiefer- oder Schluckbeschwerden auftreten. Breitet sich die Wirkung über den Injektionsbereich hinaus aus, sind auch ernsthafte Beschwerden möglich. Wichtig: Bei Schluck-, Sprech- oder Atemproblemen nach einer Behandlung ist umgehend medizinische Hilfe erforderlich.
Gegenanzeigen:

Ein Baustein unter mehreren – BTX im Gesamtkonzept

Vorbeugung
Anwendung
Rhythmus
Gut zu wissen
Botulinumtoxin (BTX)
Injektionen an 31 bis 39 festgelegten Punkten an Kopf, Nacken und Schultern
alle 12 Wochen
nur bei chronischer Migräne; wirkt lokal, kommt daher auch bei vielen Begleitmedikamenten oder Herz-Kreislauf-Risiken infrage
Tabletten zur Prophylaxe, z. B. Topiramat, Betablocker, Amitriptylin
Tablette
täglich
meist erster Schritt der Vorbeugung; Verträglichkeit und Gegenanzeigen je nach Wirkstoff unterschiedlich
CGRP-Antikörper
Spritze unter die Haut, ein Präparat als Infusion
monatlich oder alle 3 Monate
bei episodischer und chronischer Migräne; setzen am Botenstoff CGRP oder seinem Rezeptor an
Gepante, z. B. Atogepant
Tablette
täglich
neuere Wirkstoffgruppe, ebenfalls gegen das CGRP-System gerichtet
Ohne Medikamente: Ausdauersport, Schlaf-Wach-Rhythmus, Entspannung, Verhaltenstherapie
im Alltag
dauerhaft
laut Leitlinie wirksam; ergänzt jede Form der Vorbeugung

Ihr Termin zur BTX-Behandlung bei Migräne in Hamburg

Sie müssen die vielen Kopfschmerztage nicht allein einordnen. Ist eine chronische Migräne diagnostiziert, schauen wir gemeinsam auf Ihre Befunde und bisherigen Behandlungen und klären, ob BTX in Ihr neurologisches Therapiekonzept passt. Bringen Sie dazu Ihr Kopfschmerztagebuch, Ihre neurologischen Befunde und eine Liste Ihrer Medikamente mit. In unserer Praxis in der Heilwigstraße, zwischen Eppendorf und Harvestehude, nehmen wir uns dafür Zeit – damit Sie die Möglichkeiten der Behandlung ebenso kennen wie ihre Grenzen.

Häufige Fragen zur Migräne Behandlung mit BTX

Ist die Behandlung auch bei Migräne mit Aura möglich?

Ja. Entscheidend ist, ob eine chronische Migräne vorliegt – also die Zahl der Kopfschmerztage, der bisherige Verlauf und die Vorbehandlungen –, nicht, ob Ihre Attacken mit oder ohne Aura beginnen. Treten Auren erstmals auf oder verändern sie sich deutlich, sollte das unabhängig davon neurologisch abgeklärt werden.
Die Nadel ist sehr fein, die einzelnen Stiche sind kurz und gut auszuhalten. Im Nacken und an den Schläfen empfinden manche sie als etwas unangenehmer. Bei 31 Einstichen spürt man eher die Summe als den einzelnen Stich – nach etwa einer Viertelstunde ist es vorbei. Eine örtliche Betäubung ist in der Regel nicht nötig. Wenn Sie zu Nadelangst oder Kreislaufreaktionen neigen, sagen Sie es uns vorher.
Nein. Die Behandlung beugt vor, einen laufenden Migräneanfall stoppt sie nicht. Ihre Akutmedikation setzen Sie deshalb weiter nach Absprache mit Ihrer Neurologie ein. Auch eine bestehende Prophylaxe endet nicht automatisch; ob sie fortgeführt, verringert oder ersetzt wird, entscheidet Ihre Neurologin oder Ihr Neurologe. Setzen Sie bitte nichts eigenmächtig ab.
Ein wenig, ja. Weil auch an Stirn und Zornesfalte injiziert wird, glätten sich dort oft die mimischen Falten für einige Wochen. Selten senkt sich eine Augenbraue oder ein Oberlid leicht, oder die äußeren Brauen heben sich etwas an; das bildet sich mit dem Abklingen der Wirkung zurück. Um Ästhetik geht es bei dieser Behandlung aber nicht.
Dann wird der Verlauf anhand Ihres Kopfschmerztagebuchs ehrlich bewertet. Gehen die Kopfschmerztage nach zwei bis drei Behandlungen nicht um mindestens etwa 30 Prozent zurück, raten Fachgesellschaften in der Regel, die Behandlung zu beenden. Das ist kein Scheitern Ihrerseits: Gemeinsam mit Ihrer Neurologie lassen sich dann andere Vorbeugungen prüfen, etwa Antikörper, die am CGRP-System ansetzen.

Quellenangaben

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Bendtsen, L., Sacco, S., Ashina, M., Mitsikostas, D., Ahmed, F., Pozo-Rosich, P. & Martelletti, P. (2018). Guideline on the use of onabotulinumtoxinA in chronic migraine: a consensus statement from the European Headache Federation. The Journal Of Headache And Pain, 19(1), 91. https://link.springer.com/article/10.1186/s10194-018-0921-8

Deutsche Gesellschaft für Neurologie & Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. (2025). Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne (S1-Leitlinie, AWMF-Register-Nr. 030/057, Version 7.1). https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-057l_S1_Therapie-der-Migraeneattacke-Prophylaxe-der-Migraene_2025-11.pdf

Dodick, D. W., Turkel, C. C., DeGryse, R. E., Aurora, S. K., Silberstein, S. D., Lipton, R. B., Diener, H. & Brin, M. F. (2010c). OnabotulinumtoxinA for Treatment of Chronic Migraine: Pooled Results From the Double‐Blind, Randomized, Placebo‐Controlled Phases of the PREEMPT Clinical Program. Headache The Journal Of Head And Face Pain, 50(6), 921–936. https://headachejournal.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1526-4610.2010.01678.x

Fachinformation BOTOX® 50/100/200 Allergan-Einheiten. (2026, August). AbbVie Deutschland. https://www.fachinfo.de/fi/pdf/020408

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Herd, C. P., Tomlinson, C. L., Rick, C., Scotton, W. J., Edwards, J., Ives, N., Clarke, C. E. & Sinclair, A. (2018). Botulinum toxins for the prevention of migraine in adults. Cochrane Database Of Systematic Reviews, 2018(6), CD011616. https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD011616.pub2/full

Pozo-Rosich, P., Alpuente, A., Silberstein, S. D. & Burstein, R. (2024). Insights from 25 years of onabotulinumtoxinA in migraine — mechanisms and management. Nature Reviews Neurology, 20(9), 555–568. https://www.nature.com/articles/s41582-024-01002-5

Ruscheweyh, R., Förderreuther, S., Gaul, C., Gendolla, A., Holle-Lee, D., Jürgens, T., Neeb, L. & Straube, A. (2018). Therapie der chronischen Migräne mit Botulinumneurotoxin A. Der Nervenarzt, 89(12), 1355–1364. https://link.springer.com/article/10.1007/s00115-018-0534-0

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